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Bauphysikalische Untersuchung
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Nutzerverhalten oder Baumängel als Ursache von Feuchtigkeit
Die Bauphysikalische Untersuchung bringt Klarheit
Schimmelpilzbefall ist immer die Folge von länger anhaltender, erhöhter Feuchtigkeit.
Bei Schimmelpilzschäden an Innenwänden sind in der Regel Wasserschäden ursächlich: Niederschlagswasser-, Leitungswasserschäden oder aufsteigende Feuchtigkeit in den unteren Geschossen (Souterrain, Erdgeschoss). Diese Schäden können auch außerhalb der Heizperiode auftreten und die Schadensbereiche weisen auch im Sommer erhöhte Feuchtigkeit auf. Dies kann durch Baufeuchtemessungen überprüft werden.
Schäden, die typischerweise nur in der Heizperiode auftreten, sind durch Feuchtigkeits- oder Schimmelbildung an den Außenwandecken charakterisiert. Weil sich diese Schadensbereiche jeweils an den kühlsten Raumoberflächen bilden, lässt sich der Temperaturverlauf an den Außenwandecke oftmals gut an den Schimmelpilzbefallsstellen ablesen – die Schadensbereiche bilden eine Art „biologischer Thermographie“. Kondenswasserschäden entwickeln sich in der Regel in der kalten Jahreszeit und trocknen dann bei höheren Außentemperaturen vollständig ab. Eine Kondenswasserbildung an Außenwänden ist entweder Folge zu unzureichender Dämmung des Gebäudes, von Wärmebrücken oder von Nutzungsmängeln, wie zu geringer Beheizung und Belüftung der Räumlichkeiten.
Die Dämmung von Außenwänden kann außerhalb der Heizperiode durch Softwarekalkulationen überprüft werden. Nachteil hierbei ist, dass die Anwendungen oftmals nur zweidimensionale Berechnungen ermöglichen, da kritische Wandecken oder Keller- und Tiefgaragenanschlüsse nur schwer zu simulieren sind. Ein weiterer Nachteil kann sein, dass der Aufbau realer Bauteile von dem in den Planunterlagen abweichen kann. Der wirkliche Wandaufbau ist oft nur durch Kernbohrungen ermittelbar.
Eine sichere und zerstörungsfreie Überprüfung der Wärmedämmung kann durch Bauteiltemperaturmessungen oder thermografische Untersuchungen in der Heizperiode vorgenommen werden. |
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Baufeuchtemessung, Bauteiltemperaturmessung, Thermografie
Die Baufeuchtemessungen werden standardmäßig mit elektrisch arbeitenden, direkt anzeigenden Geräten vorgenommen. Die verschiedenen Messmethoden weisen einige Unsicherheiten und Besonderheiten auf, die durch langjährige Erfahrung des Ausführenden und Referenzmessungen außerhalb der Schadensbereiche kompensiert werden. Für eine exakte Ermittlung der Materialfeuchte in verschiedenen Schichten ist eine Materialentnahme erforderlich (Darr-Methode mit Trocknung und Einwaage).
Zur Überprüfung der Heizungs- und Lüftungsgewohnheiten der Nutzer können Langzeitmessungen des Raumklimas kombiniert mit Oberflächentemperaturmessungen an den Schadensbereichen, an Heizkörpern und Referenzflächen durchgeführt werden. Aus den Aufzeichnungen können dann die typischen Nutzungsmuster (Beheizung, Lüftungszyklen, Wasserdampffreisetzung) und deren physikalische Folgen an den Schadensbereichen erfasst, nachvollzogen und bewertet werden.
Die Kurzzeitmessungen der Oberflächentemperaturen beim Ortstermin werden in der Regel durch IR-Sonden oder mit der Thermografiekamera vorgenommen. Wichtig ist hierbei immer eine ausreichend lange Konditionierung der Räume mit über 20°C Lufttemperatur und ausreichend niedrige Außentemperaturen am Messtag.
Die Ergebnisse dieser Bauteiltemperaturmessungen dienen als Grundlage verschiedener bauphysikalischer Prüfmethoden. Als Ergebnis kann das Kondenswasserrisiko bei verschiedenen winterlichen Außenbedingungen (+5°C, 0°C, -5°C) ermittelt und damit geschlussfolgert werden, welche Schadensbereiche bei ordnungsgemäßer Nutzung schadensfrei bleiben und welche so starke Defizite der Dämmung aufweisen, dass sich auch bei normgerechter Nutzung Kondenswasser bildet.
Bei entsprechenden Fragestellungen können durch Kombination von Thermografie mit Unterdruckhaltung (Blower-Door-Tests) dann auch Luftundichtigkeiten an Fenstern, Rollladenkästen, Türen und Decken zum Dachraum lokalisiert und visualisiert werden.
In der Zusammenschau der Ergebnisse aller Prüfkriterien können die wesentlichen Schadensursachen benannt und hieraus entsprechende Vorgaben zur Verbesserung der bauphysikalischen Situation oder der Nutzung gegeben werden.
Die entsprechenden Messverfahren werden von unserem Büro standardmäßig im Rahmen der Sachverständigentätigkeit für Gerichte und unsere anderen Kunden eingesetzt. Für die Durchführung derartiger Untersuchungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. |
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