Luftmessungen


Die Luftkeimzahlbestimmung dient der Erfassung luftgetragener, anzüchtbarer Sporen und kann daher zur Überprüfung der Sporenaufnahme über die Atmung eingesetzt werden. Die Messung erfolgt aktiv, dass heißt, die Raumluft wird durch eine Pumpe oder ein Flügelrad auf spezielle Nährböden gezogen, auf denen sich die Sporen abscheiden.



Einsatzgebiete:

  • bei kultivierbaren Schimmelpilzen,
  • zur Gefährdungsabschätzung für Nutzer,
  • Ermittlung des Belastungsstatus vor Sanierung,
  • zur Sanierungskontrolle,

 
Vorgehensweise bei der Messung:

  • Räume sollten in ungelüftetem Zustand sein, ggf. Nutzungssimulation
  • Filtration oder Impaktion von luftgetragenen Sporen auf Nährböden
  • Bebrütung , Quantifizierung und Bestimmung Gattung und Art
  • Angaben der Luftkonzentration in KBE/m³ (Keimbildende Einheiten/Kubikmeter)

 


Bei der Einordnung von Luftmessungen ist zu beachten, dass sie nur den augenblicklichen Zustand der Raumluft zum Zeitpunkt der Messung widerspiegeln. Da Schimmelpilze nicht ständig Sporen in die Raumluft abgeben, sondern auch bestimmten Lebenszyklen unterworfen sind, kann durch eine Luftmessung allein in der Regel keine zuverlässige Aussage zum mikrobiologischen Zustand von Innenräumen getroffen werden. Luftmessungen sollten daher stets durch weitere Messverfahren, wie Abklatschproben von Oberflächen oder Hausstaubuntersuchung ergänzt werden.



Die Bewertung von Ergebnissen erfolgt nach dem Prüfschema des Schimmelpilzleitfadens des Umweltbundesamtes 2002. Hierbei wird zwischen typischen Außenluftkeimen, die saisonal schwankend in Konzentrationen von mehreren tausend Keimen je Kubikmeter auftreten können (z.B. Cladosporium spp.) und typischen Indikatorkeimen für Feuchteschäden (z.B. Aspergillus versicolor) unterschieden. Einige Schimmelpilze, insbesondere die, die bei starken Durchfeuchtungen auftreten (Stachybotrys u.a.) geben nur in geringem Umfang Sporen in die Raumluft ab und sind mit Luftmessungen schwer nachzuweisen.

Zum Nachweis von nicht anzüchtbaren Sporen und Schimmelpilzfragmenten wird die Gesamtsporenzahl oder Gesamtzellzahl bestimmt. Hierbei erfolgt eine direkte Bestimmung der sedimentierten Partikel mit einem Lichtmikroskop.