|
|
Wasserschäden mit nachfolgendem Schimmelbefall bei Fertighäusern
|
Gemeinsames Infoblatt IGU und Sachverständigenbüro Fuchs November 2011
Fluch und Segen des Fertighauses
Der Anteil an von Fertighäusern an Neubauvorhaben liegt derzeitig bei ca. 15 % mit steigender Tendenz.
Gegenüber den Massivbauten gibt es eine Reihe von bautechnischen Vorteilen, sodass z.B. Energiesparstandards mit innovativer Bautechnik leichter erreicht werden können (Energiesparhaus, Passivhaus). Kurze Bauzeiten und niedrigere Baukosten sind ebenfalls Pluspunkte, die viele Bauherren eine Entscheidung für das Fertighaus treffen lassen.
Im Falle von Wasserschäden kommt es nach längerer Durchfeuchtung von organischen Leichtbaukonstruktionen, wie Gipskartonplatten, OSB-, Presspan- oder Fermazellplatten, jedoch häufig zu intensiver Besiedlung mit nicht unkritischen Schimmelpilzen. Durch die nicht luftdicht ausgeführten Wand- und Deckenaufkonstruktionen ist außerdem das Risiko einer großflächigen Sporenverfrachtung im Baukörper höher als bei Massivbauten.
Umso schwieriger ist daher eine sachgerechte und nachhaltige Wasserschadenssanierung in Fertighäusern und bei Leichtbaukonstruktionen. Während sich bei Massivbauten die Maßnahmen bei Wasserschäden auf Trocknung, Entfernung von Putz und gegebenenfalls Fußbodenaufbauten beschränken, kann dadurch bei Fertighäusern der Austausch ganzer Bauteile notwendig sein.
Wie kommt es zu Wasserschäden und Schimmelpilzbefall in Fertighäusern?
Neben möglichen Durchfeuchtungen einzelner Bauteile in der Aufbauphase durch Regenwasserschäden können in Fertighäusern klassische Leckagen durch Materialschäden entstehen oder bereits bei Neubauten Durchfeuchtungen durch Planungsfehler, lückenhafte Bauleitung oder Ausführungsmängel entstehen. Oft reicht eine in Abwasserrohr geschraubte Befestigungsschraube eines Waschbeckens, um große Folgeschäden zu verursachen.
Handelt es sich bei den Durchfeuchtungen um sogenannte „Allmählichkeitsschäden“, die nicht sofort bemerkt werden, hat der mikrobiologische Befall genügend Zeit, das vorhandene organische Material zu besiedeln. Die Schäden werden häufig erst nach Monaten erkennbar, wenn sich offen liegende Wandsockelbereiche verfärben oder typischer Schimmelpilzgeruch bzw. unklare gesundheitliche Symptome auftreten.
Bei Schäden im Dachbereich oder innen liegenden Regenwasserfallrohren kann das Wasser im Zwischenwandbereich ablaufen und durchfeuchtet dann sporadisch die Wanddämmung und auch angrenzende Fußbodendämmungen. Durch die zwischenzeitliche Abtrocknung und den mehrschichtigen Aufbau von Leichtbaukonstruktionen werden die Befallsflächen nicht sofort sichtbar.
Eine weitere mögliche Schadensursache kann der fehlerhafte Einbau von Sanitäranlagen sein. Es kann es zu Fugenabrissen z.B. an der Badewanne oder Duschtasse kommen und so über einen längeren Zeitraum ein Wassereintritt in den Baukörper erfolgen.
Wie sind die Verantwortlichkeiten und was ist zu tun?
Bei Ausführungs- und Planungsmängeln handelt es sich in der Regel um Haftpflichtschäden. Ansprechpartner sind hier der Bauträger, der planende oder bauüberwachende Architekt oder die ausführenden Gewerke.
Bei materialbedingten Leckagen steht in der Regel die Gebäudeversicherung in der Pflicht. Der Bauherr/ Eigentümer sollte bei den Verantwortlichen auch in ihrem eigenen Interesse auf kurzfristiges Handeln drängen, um eine Vergrößerung des Schadens zu vermeiden. Der Sanierungsaufwand vergrößert sich mit jeder tatenlos verstrichenen Woche, in der keine Trocknungs-, Sicherungs-und Demontagemaßnahmen ergriffen werden.
In diesem Fall kann die Durchfeuchtung des Baukörpers voranschreiten, wovon auf tragende Bauteile betroffen sein können. Aus befallenen Flächen kann eine Sporenfreisetzung und Verfrachtung in andere Bereiche des Gebäudes stattfinden. Bei günstigen klimatischen Bedingungen kann aus einem geringfügigen Schimmelpilzbefall ein großer Schimmelpilzschaden werden.
Wie geht man mit schimmelpilzbefallenen Bauteilen um?
Wenn sich durch den Schaden ein Mangel am Neubau ereignet hat, der eine Verletzung der Vertragspflicht bedeutet, müssen schimmelpilzbelastete Bauteile ausgetauscht werden. Durch Schächte, Versorgungskanäle, Steckdosen etc. findet ein Luftaustausch statt, bei dem es auch zur Verfrachtung von Schimmelpilzsporen kommen kann, die die Raumluft belasten und somit die Gesundheit der Bewohner. |
|
| |
| Infocenter |
| |
Webseite erfolgreich gelauncht
Unsere neue Internetpräsenz wurde von Wagner Webdesign erfolgreich gelauncht.
News lesen
|
|
|